
Campagnatico stellt durch seine städtebauliche Struktur und seine strategische Lage ein typisches Beispiel mittelalterlicher Urbanistik dar. Von Olivenhainen umgeben, liegt der Ort auf einer Anhöhe, die in östlicher Richtung in das Ombrone-Tal steil abfällt. Das antike Kastell der Aldobrandeschi aus Sovana, das bereits in der Göttlichen Komödie von Dante (Vorhölle, 11. Gesang) erwähnt wird, wurde später an die Herrschaft der Tolomei abgetreten, für die die Eroberung dieses Gebietes mit besonders fruchtbarem Boden von großer Bedeutung war. Wie überall in der Maremma litt auch hier die Gegend sehr unter den Auswirkungen der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen und Verwüstungen, von denen das Land lange Zeit heimgesucht wurde. Erst die Trockenlegung der Sümpfe durch Großherzog Leopold II brachte in der Landwirtschaft und ihre Produktivität endlich einschneidende Verbesserungen. Der Landstrich ist durch den Bewuchs von mediterraner Macchia und durch die sanften Hügelformationen charakterisiert, auf denen Wein- und Olivenanbau betrieben wird. Campagnatico stellt heute den Hauptort einer großen Gemeinde dar, die neben dem mittelalterlichen Weiler Montorsaio auch viele kleine Gemeinden und Ortschaften mit einschließt. Auf den zahlreichen Kirchweih- und Volksfesten leben die Traditionen und Bräuche der Region immer wieder auf. Ein besonderes Ereignis stellt der Esel-Palio von Campagnatico dar, der traditionell jedes Jahr Mitte September stattfindet.